Geschichte des Sudoku: Von Euler bis zum Welt-Boom

Der Name klingt japanisch, die Wurzeln reichen bis ins Europa des 18. Jahrhunderts, und erfunden wurde das moderne Rätsel in den USA. Die Geschichte des Sudoku ist eine Reise über drei Kontinente – und erst ein Neuseeländer in Hongkong machte es zum weltweiten Phänomen.

1782

Leonhard Euler und die lateinischen Quadrate

Der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler beschäftigte sich mit sogenannten lateinischen Quadraten: Gittern mit n×n Feldern, in denen jedes von n Symbolen in jeder Zeile und jeder Spalte genau einmal vorkommt. Ein fertig gelöstes Sudoku ist genau so ein lateinisches Quadrat – mit der zusätzlichen Bedingung für die 3×3-Blöcke. Ein Rätsel im heutigen Sinn hat Euler allerdings nie entworfen; seine Arbeit war rein mathematisch.

1890er

Zahlenrätsel in französischen Zeitungen

Französische Zeitungen wie Le Siècle und La France veröffentlichten Ende des 19. Jahrhunderts Zahlenrätsel, die dem Sudoku bereits erstaunlich nahekamen: 9×9-Gitter, in die Ziffern so eingetragen werden mussten, dass Zeilen und Spalten bestimmte Bedingungen erfüllten. Die Rätsel verschwanden jedoch bald wieder – der große Durchbruch blieb aus.

1979

„Number Place“ in den USA

Das moderne Sudoku erschien erstmals 1979 in den USA, in den Rätselheften des Verlags Dell Magazines, unter dem Namen „Number Place“. Als Erfinder gilt der Architekt Howard Garns aus Indiana. Er kombinierte das lateinische Quadrat mit der Blockregel und gab einige Ziffern vor – genau die Form, die wir heute kennen.

1984

Nikoli gibt dem Rätsel seinen Namen

Der japanische Rätselverlag Nikoli übernahm die Idee und veröffentlichte sie 1984 unter dem Titel „Sūji wa dokushin ni kagiru“, sinngemäß „Die Ziffern müssen einzeln bleiben“. Daraus wurde die Abkürzung Sudoku. Nikoli-Gründer Maki Kaji, der später als „Vater des Sudoku“ bezeichnet wurde, und seine Redaktion legten Wert auf handgemachte Rätsel mit eleganten Lösungswegen. In Japan wurde Sudoku in den folgenden Jahren sehr populär.

2004

Der Durchbruch in Europa

Der Neuseeländer Wayne Gould, ein pensionierter Richter in Hongkong, entdeckte Sudoku in einer japanischen Buchhandlung. Er schrieb über mehrere Jahre ein Computerprogramm, das Rätsel in großer Zahl erzeugen konnte, und bot sie Zeitungen an. Im November 2004 druckte die britische The Times das erste Sudoku – innerhalb weniger Monate zogen zahlreiche andere Zeitungen nach.

2005

Sudoku-Fieber weltweit

2005 wurde zum Jahr des Sudoku. Das Rätsel erschien in Zeitungen in aller Welt, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es gab Sudoku-Bücher in den Bestsellerlisten, Fernsehsendungen, Handyspiele und eigene Rätselhefte. Der Reiz: Die Regeln sind in Sekunden erklärt, sprachunabhängig und brauchen keinerlei Vorwissen.

2006

Die erste Sudoku-Weltmeisterschaft

Im italienischen Lucca fand 2006 die erste Sudoku-Weltmeisterschaft statt. Seitdem wird sie regelmäßig ausgetragen, organisiert von der World Puzzle Federation. Die Teilnehmer lösen dort nicht nur klassische Sudokus, sondern auch zahlreiche Varianten unter Zeitdruck.

2012

Das Rätsel um die 17

Wie viele Vorgaben braucht ein Sudoku mindestens, damit es eindeutig lösbar ist? Lange waren Rätsel mit 17 Vorgaben bekannt, aber keines mit 16. Ein Team um den irischen Mathematiker Gary McGuire bewies 2012 mithilfe einer aufwendigen Computersuche: Es gibt kein eindeutig lösbares Sudoku mit nur 16 Vorgaben. 17 ist also das Minimum.

Sudoku in Zahlen

ca. 6,67 · 1021 verschiedene vollständig ausgefüllte 9×9-Gitter (Felgenhauer & Jarvis, 2005)
ca. 5,47 Mrd. „wesentlich verschiedene“ Gitter, wenn Spiegelungen, Drehungen und Umbenennungen der Ziffern nicht mitzählen
17 Vorgaben sind mindestens nötig, damit ein Sudoku genau eine Lösung hat
20 Nachbarfelder hat jedes Feld (8 in der Zeile, 8 in der Spalte, 4 weitere im Block)

Warum ist Sudoku so beliebt?

Sudoku verbindet mehrere Eigenschaften, die ein Rätsel zum Dauerbrenner machen:

Mehr über die Regeln und erste Schritte erfahren Sie in unserer Anleitung für Anfänger; einen Überblick über die vielen Ableger des Rätsels gibt die Seite Sudoku-Varianten.